Die Pfauenschenke in Köbeln und
Johann Christoph Pfab – Papiermacher aus Niederzwönitz
Helga Heinze, Krauschwitz 2026
Auf dem Gebiet des heutigen Muskauer Ortsteils Köbeln befand sich vor 1800 neben der großen Papiermühle eine kleine Walkmühle. Am Abzweig des Weges zur kleinen Mühle entstand eine Schenke mitten im Wald. Zu dieser Zeit lag das Dorf Köbeln noch am östlichen Ufer der Neiße. Erst als Hermann Fürst von Pückler-Muskau 1815 das Gelände für seine Parkerweiterung benötigte, ließ er die meisten Häuser des Ortes auf die Westseite des Flusses verlegen.
Der „kunsterfahrene Pappiermachergesell“ Gottfried Wentzel betätigte sich gleichzeitig als „Gastwirth in der kleinen Schencke bey der Pappier Mühle“. Das geht aus dem Hochzeitseintrag seiner einzigen Tochter 1761 hervor. Hierbei handelt es sich um die früheste Erwähnung dieser Schenke.


Postkartenausschnitt 1912
Postkartenausschnitt vor 1909
Auf seiner Wanderschaft als Papiermachergeselle kam Johann Christoph Pfab in die Muskauer Papiermühle. Geboren 1729 als Sohn eines Landarbeiters in Niederzwönitz, einem Papiermühlenstandort im Erzgebirge, heiratete er 1765 Maria Sophia, die Tochter von Meister Siegfried Fechner, Oberältester der Muskauer Töpferinnung. Johann Christoph Pfab arbeitete als Papiermachergesell und führte, wie sein Vorgänger, gleichzeitig die „Schenke an der Papiermühle.“
Nachdem 1772 seine Ehefrau mit 38 Jahren starb, heiratete er mit 42 Jahren die 18-jährige Johanne Christiane Hübner aus Podrosche. Als Christoph Pfab im Jahre 1803 mit 73 Jahren starb, übernahm sein Sohn Carl Gottlob mit Ehefrau Maria Dorothea die „Schenck- und Gastwirtschaft bey der Papiermühle.“ Diese führte er bis zu seinem Tod 1823, danach seine Witwe, die noch im selben Jahr den Muskauer Tischler Carl Gottlob Reich ehelichte. Als nach dieser Eheschließung der Name Pfab in Muskau für immer verschwand, taucht im Kirchenbuch die Bezeichnung „Pfauenschenke“ auf. Den Grund dafür hält die Namensforschung bereit. Der Familienname Pfab/Pfabe hatte in der Geschichte von Niederzwönitz eine lange Tradition und ist gleichbedeutend mit dem Wort Pfau. So erhielt die Schenke bei der Papiermühle ihren Namen „Pfauenschenke“, den sie bis zum Jahre 1909 behielt. Danach benannte sie der Wirt Paul Heduschka in „Gasthof zur Linde“ um.
Quellen:
Kirchenbücher der Ev. Gesamtkirchengemeinde Bad Muskau-Gablenz
