Fünf Monate des Jahres 1979 – auch bezogen auf Bad Muskau

In diesem Jahr waren alle Ereignisse auf die anstehenden Wahlen am 20. Mai und den 30. Jahrestag der DDR am 7. Oktober fokussiert. Zwei Nachrichten, eine gute und eine schlechte, leiteten das Jahr 1979 ein.
 

Zuerst die gute:

Erholungsurlaub um drei Arbeitstage verlängert. Am 1. Januar 1979 trat die vom Ministerrat der DDR in Übereinstimmung mit dem Bundesvorstand des FDGB am 28. September 1978 beschlossene Verordnung über den Erholungsurlaub in Kraft. Mit dieser neuen Urlaubsregelung erhalten alle in einem Arbeitsrechtsverhältnis stehenden Werktätigen ab 1979 mindestens drei Arbeitstage mehr Urlaub.

Und jetzt die schlechte: 
Extreme Witterungsbedingungen herr-schten zum Jahreswechsel in weiten Teilen des europäischen Kontinents. Orkanartige Stürme, anhaltende Schneefälle  und plötzliche Temperaturstürze führten in mehreren Ländern zum teilweisen Zusammenbruch des Verkehrswesens und der Energieversorgung. In mehreren tief verschneiten Orten der Insel Rügen erblickten dreizehn Kinder in den Elternhäusern das Licht der Welt. 


Transporte in die Klinik waren durch meterhohe Schneeverwehungen auf Land- und Fernverkehrsstraßen nicht möglich. Ärztliche Hilfe brachten Einsatzgruppen des Straßenwinterdienstes und der bewaffneten Kräfte mit schwerer Technik. Nieren-Dialyse-Patienten wurden am Neujahrstag durch Schneestürme und Schneebarrieren zur dringenden medizinischen Versorgung von der Insel über den Rügendamm nach Stralsund gebracht.


Der Winter machte auch den Muskauern zu  schaffen

Fleißiges Trio.

Eine vorbildliche Initiative entwickelten der Schlossermeister Joachim Fiebig aus Bad Muskau und die beiden Hausmeister der Ernst-Thälmann-Oberschule der Parkstadt, Horst Platzk und Paul Dommaschk. Aufgrund der extremen Witterung trat am Sonnabend an der Heizungsanlage des Schulteils II ein Schaden auf. Fast den gesamten Sonnabend nutzte das fleißige Trio, um die Heizung zu reparieren. Am Montagmorgen hatten die Schüler warme Klassenräume! 

Junge Skipiloten eröffnen die Spartakiade. 

Die Pionierschanze im Bergpark (1974 eingeweiht) von Bad Muskau war Austragungsort der ersten Wettkämpfe der Kinder- und Jugendspartakiade unseres Kreises in den Wintersportdisziplinen. Ein feierlicher Augenblick des Eröffnungszeremoniells war, als der EOS-Schüler Torsten Katscher das Spartakiadefeuer entzündete. Harald Wolf, der später erfolgreichste Teilnehmer, sprach den Eid. Dem ersten Starter des Feldes, Olaf Borowitzki von der Oberschule Krauschwitz, zollten die Zuschauer besondere Bewunderung. Mit großer Spannung verfolgten die Zuschauer die Sprünge der Schüler der Altersklasse 15/16. Hier lieferten sich Harald Wolf von der Oberschule Bad Muskau, Torsten Katscher und Frank Anders (beide EOS) ein großes Duell. Überragender Sieger wurde Harald Wolf.Sprünge von 22 und 22,5 m wurden mit der Goldmedaille belohnt. Harald Wolf stellte mit 23 m in den Wertungssprüngen zur Nordischen Kombination einen neuen Schanzenrekord auf. 


Einer der begabtesten Schanzenpiloten -
Michael Fichtner

Rechenschaftslegung

Am 22. März legte der Rat vor der Stadtverordnetenversammlung Rechenschaft über die zurückliegende Wahlperiode ab. Obwohl in dieser Zeit kein komplexer Wohnungsneubau zu registrieren war, wurden dennoch für 981 Bürger die Wohnbedingungen verbessert. 990 Bürger erhielten in dieser Zeit einen Anschluss an die zentrale Trinkwasserversorgungsanlage der Stadt. Dabei gelang es, im Zeitraum von 1975 bis 1976 den gesamten Wohnbezirk VI, Ortsteil Köbeln, daran anzuschließen. 

In die zurückliegende Wahlperiode fiel auch eine solide Handelsnetzentwicklung. So wurden neunzehn Einzelhandelsgeschäfte modernisiert, aus einer ehemaligen veralteten Autoreparaturwerkstatt wurde eine moderne Großraumverkaufsstelle, die Parkstadt erhielt zudem eine moderne Kaufhalle am Platz des Friedens. 

 

Kreisspartakiade im Skilanglauf im Muskauer Park. 
Nach mühevoller Arbeit der Organisatoren unter der Regie von Manfred Fichtner, konnten 170 Jungen und Mädchen ihre Wettkämpfe im Rahmen der Kreiswinterspartakiade auf einer gut präparierten Loipe im Bergpark absolvieren. Bei der Eröffnung wirkte der Spielmannszug aus der Parkstadt mit. Das Spartakiadefeuer entzündete Frank Anders aus Bad Muskau, Bezirksmeister 1979 im Spezialsprunglauf. Am erfolgreichsten schnitt die Oberschule Bad Muskau ab. Ihre 44 Starter errangen acht Gold-, vier Silber- und sechs Bronzemedaillen .

 

An der Skihütte im Bergpark,
2. v. l. Übungsleiterin Brigitte Fichtner, 
r. Ehemann Manfred Fichtner

 

Ob schön oder nicht - damals war es eine moderne Kaufhalle

Wichtige Spezialgeschäfte entstanden, so für Wild und Geflügel, für Farben, Lacke und Tapeten und für Wohnraumtextilien. Einen großen Nachholbedarf hatten wir bis 1974 bei Sportstätten. Das veränderte sich entscheidend. Der neue Sportplatz am „Lindenhof“, der am 1. Mai seiner Bestimmung übergeben wird, ist dafür ein Beispiel. Doch möglich war das nur durch zahlreiche Wettbewerbsinitiativen. Davon zeugen die 16750 freiwilligen Arbeitsstunden der Jugendlichen und Sportler. 


Wo Fahrzeuge selbst gepflegt und repariert werden können.
Die Mitglieder des Motorsportclubs Bad Muskau im ADMV der DDR ergriffen kürzlich von einer neuen Errungenschaft Besitz.

 

I

In der Straße der Solidarität übergaben sie in feierlicher Form der Öffentlichkeit ihren Pflege- und Reparaturstützpunkt. 1187 Stunden hatten die Motorsportfreunde in ihrer Freizeit aufgebracht, um aus einem ehemaligen Lagerraum des VEB Bau in der alten Turnhalle dieses schöne Objekt zu schaffen. Günter Gregor (SED) war seit dem 01.04.1979 Bürgermeisterunserer Stadt, er amtierte bis zum 14.01.1988. Günter Gregor löste Joachim Sauer (SED) ab, der zehn Jahre im Amt war. 

Mitteilung der Pressestelle des Ministeriums für Außenhandel der DDR.

Das Ministerium für Außenhandel der Deutschen Demokratischen Republik teilte mit, dass mit Wirkung vom 16. April 1979 der Verkauf von Waren in den Einrichtungen des Außenhandels (Intertank, Genex, Intershop) an Bürger der DDR nur mit Scheck der Forum Außenhandelsgesellschaft mbH erfolgt. Die Mark-Wertschecks der Forum Außenhandelsgesellschaft können ab sofort mit der Einzahlung frei konvertierbarer Währungen bei Bankinstituten der DDR erworben werden. Die Schecks sind nicht übertragbar und nicht rücktauschbar. Sie gelten als Gutscheine für den Kauf von Waren in den Einrichtungen des Außenhandels.

 

Kaffeestube mit gutem Niveau
Gemütlich wurde es in der Kaffeestube in Bad Muskau, wo der Gast schnell und freundlich bedient wurde. Bei  einem guten Kaffee und frischem Gebäck fühlte man sich wohl. Das Kollektiv mit sieben Kolleginnen unter Leitung von Frau Christa Nakoinz gab sich Mühe, seinen Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu bieten. Dass den Frauen das gelang, bewiesen nicht zuletzt die Urkunden an den Wänden. Die größte Freude war für sie die Auszeichnung „Für hervorragende Leistungen im sozialistischen Wettbewerb“ im Bezirksmaßstab. Außerdem verteidigten sie zum achten Male den Titel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“. Das Kollektiv arbeitete ohne Inventurdifferenzen und führte jeden Sonntag den Straßenverkauf durch.

Der Elternabend war ein Knüller.
Das fünfte Jahr hintereinander fand im April an der Ernst-Thälmann-Oberschule in Bad Muskau eine Schulfestwoche statt. Auch 1979 wurde diese Festwoche, eine Leistungsschau der außerunterrichtlichen Tätigkeit, ein großer Erfolg. Schon lange fieberten Lehrer und Schüler dem großen Elternabend im Saal der HO-Gaststätte 

Eine gute Adresse - die HO-Caféstube


„Lindenhof“ entgegen. 250 Vatis und Muttis bekamen einen Überblick über die Tätigkeit der künstlerischen Arbeitsgemeinschaften. 180 Mädchen und Jungen, wie beispielsweise die beiden Akkordeongruppen, Spielmannszug, Schulchor, Singeklub und die neu gegründete Tanzcombo, erfreuten die Gäste.

Hans Schmidt, Bad Muskau        aus Muskauer Anzeiger März 2009          

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