Ein Sammlungsbereich – Ansichtspostkarten
Regina Barufke, Bad Muskau, 2026
Im Bestand des ehemaligen Stadt- und Parkmuseums, in der Sammlung der Stiftung „Pückler-Park Bad Muskau“ und im Besitz des Freundeskreises Historica befinden sich zahlreiche Ansichtskarten. Die älteste gestempelte Karte ist von 1896.

Diese Karte, gedruckt bei Kunstdruck Kretzschmar & Schatz,
Meissen, zeigt fünf Lithografien und trägt den Poststempel von 1896
Die eigentlichen Postkarten, sogenannte Korrespondenzkarten, hatten eine Adressseite und eine leere Seite für den zu verfassenden Text.
Ansichtskarten oder Ansichtspostkarten sind Karten mit einem Adressfeld, einer kleinen Beschriftungsfläche und einer Bildseite mit einem ganzseitigen, zwei oder
mehreren Bildern bedruckt.
Bis 1905 war das Adressfeld über eine gesamte Seite angeordnet, so dass die geringe Fläche um das Bildmotiv herum für den Mitteilungstext verwendet wurde. Erst nach der Einführung eines Teilstriches zwischen Adress- und Textfeld, war für die Mitteilungen Platz vorgesehen.


Adressfeld vor 1905 Postkarte mit Teilstrich, gestempelt 1907

Im Verlag von Ludwig Franz, Muskau erschien diese 1899 gestempelte Karte, die neben Neuem und Altem Schloss, auch das Kavalierhaus, die 1888 eröffnete Post und die erst 1897 neu erbaute Eisenbahnbrücke zeigt.
Da das Porto für eine Karte um 1900 geringer war als für einen Brief, diente sie oft dem Austausch von Informationen innerhalb der Familie und im Bekanntenkreis.
Heute, insofern überhaupt noch verwendet, werden mit der Postkarte meist Urlaubsgrüße gesendet. Sie wird aber auch als Andenken oder Sammelobjekt erworben.
Dabei sind nicht nur die abgedruckten Bildmotive, die manchmal in kleinen Nuancen variieren, interessant, sondern auch das Adressfeld, der Text, die Briefmarke und der Poststempel. Ältere Postkarten zeigen oft Darstellungen von Gebäuden, Landschaften, Straßenzügen, die heute so nicht mehr vorhanden sind. Die Adresszeilen berichten uns darüber, wer an wen geschrieben hat und das Textfeld gibt oft über bestimmte Lebensumstände Auskunft.



Die Karte mit den sechs Motiven, herausgegeben von Louise Költz, datiert 1898, die Grußkarte, gestempelt 1901 und die Wappenkarte, gestempelt 1902, zeigen, dass jede freie Stelle für Mitteilungen genutzt wurde.
Vor 1945
In der Muskauer Sammlung befinden sich etwa 1.100 Ansichtspostkarten mit unterschiedlichen Bildmotiven und diese wiederum in zwei-, drei- bis fünffacher Ausführung. Sie wurden von verschiedenen Verlegern, Buchdruckern und Fotografen herausgegeben.
Bekannte Namen in Muskau sind: Ludwig Franz, Alwin und Georg Ahner,
Louise Költz, Paul Valentin, B. Schwabe, Elisabeth Tschöpel, Otto Henschel, Otto Fuhrmann, August Schultz, Franz Haungs, H. Gloger, Herbert Rösler, Paul André, Paul Bänder, W. Stahn.
Um in der Sammlung den Überblick zu behalten, sind die Karten nach Stadt- und Parkmotiven, Stadtansichten mit einzelnen Gebäuden und Straßenzügen, Kirchen, Personen, Betrieben, Luftbildern und umliegenden Ortschaften geordnet. Bei den Parkpostkarten überwiegen die mit mehreren Motiven. Es gibt aber auch Karten mit einzelnen Parksichten und Gebäuden im Park. Die 1.100 unterschiedlichen Karten sind allein der Zeit vor 1945 zuzuordnen.


Zwei Sichten vom Bergpark 1900 und 1907 gestempelt


Rathaus und Blick in die Berliner Straße sowie Markt in östliche Richtung, um 1915


Evangelische Stadtkirche, um 1900 Katholische Kirche, um 1925


Originalkleidung von Machbuba im Alten Museum
in der Jakobskirche, vor 1945,
Aufn. u. Verlag Foto Bänder, gestempelt 1959
Grab Machbubas, um 1930, Verlag Otto Hentschel, Muskau

Luftbild Muskau in nördliche Richtung, 1927, Verlag Alwin Ahner,Inh. W. Stahn Buch- und Papierhandlung Muskau


Neues Schloss, Ostseite, um 1920, L. Franz Kavalierhaus, gestempelt 1914, A. Ahner


Altes Schloss, Alwin Ahner 1910 Ludwig Franz 1930


Englisches Haus, gestempelt 1924, L. Költz Mausoleum, gestempelt 1930, Georg Ahner
Nach 1945
Über 350 unterschiedliche Muskau-Postkarten gibt es aber auch seit den 1950er Jahren bis zur Gegenwart, dabei überwiegen Motive im Muskauer Park, einschließlich der Schlossruine. Neben dem Park waren die Einrichtungen für den Kuraufenthalt beliebte Motive. Aber auch die neue Kaufhalle am Markt, der Wohnungsbau, die Freilichtbühne, der Markt mit Hotel Stadt Berlin, das Altes Schloss und das Museum wurden gezeigt.




Postkarten 1960er und 1970er Jahre


Schlossruine, 1954 Steingarten zwischen E.-Thälmann- und Mittelstr. 1958


Turmvilla und Villa Caroline im Hermannsbad, um 1954


Freilichtbühne, 1956 und Tretbecken, 1963

Bad Muskau, 1983


Bepflanzungen vor der Schlossruine und Park-und Stadtansichten, 1970er Jahre


Postkarten als Werbung für das Stadtjubiläum 1952 und Heimatfest 1954


Markt in östliche Richtung 1969 und 1983 mit der Kaufhalle


Muskau, 1990, Herausgeber Bernd Quint
Museumseigene Postkarte, 1992


Kromlauer Schloss und Rakotzbrücke, 1959/60
Verlage und Herausgeber ab 1950
VEB Reprocolor Leipzig, Brück & Sohn Meißen, Verlag Konrad W. Lukowsky Leipzig, Bild- und Ansichtskartenverlag Lothar Mattuschek Görlitz, A. P. Walther, Radebeul, VEB Bild und Heimat Reichenbach, Verlag Steudtner K.-G. Görlitz, Parkbuchhandlung Reimann, Bad Muskau.
Verlage und Herausgeber nach 1990
Fotoatelier Bernd Quint, Stadt- und Parkmuseum Bad Muskau, Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“, Bad Muskau-Touristik, Handwerk- und Gewerbemuseum Sagar, Bufe-Fachbuch-Verlag Egglhamm, Bildverlag Th. Böttger Limbach-O., Wydawca Urząd Miejski w Łęknicy, Artcolor Verlag GmbH Hamm, Verlag Schöning Lübeck, Postkartenagentur Spreewald.
Im Sammlungsbestand befinden sich auch einige Ansichtspostkarten von Kromlau, Schleife, Weißwasser, Krauschwitz, Sagar, Łęknica und anderen Orten.
