Schenkungen für die Sammlung des Vereins 2025 

Regina Barufke

Im Januar 2025 überließ Frau Rüther aus Singen am Hohentwiel aus dem Nachlass ihres Vaters Günter Noack dem Freundeskreis Historica Fotos, Lithografien, Dokumente, Postkarten und einen Muskauer Anzeiger von 1894. Zur Schenkung gehören auch zwei Originalbriefe: Lucie von Pückler an Bauinspektor Franz Maximilian Strasser und Billy Masser an den Generalinspektor als Antwort auf eine Nachfrage zum Gesundheitszustand der Fürstin.  

Ein kleines Aquarell des Muskauer Marktes, ein Foto der Kirchstraße um 1900 und ein Foto von Robert Lenke, dem Altstoff- und Pferdeäpfelsammler, aufgenommen vom Hoffotografen Bernhard Winkler um 1896. (siehe Beitrag Winkler) gehören auch zu dem Nachlass. 

Ebenso im Januar schenkte Annette Duwe, München, dem Verein 33 Fotos, die ihr Urgroßvater Richard Schaar zwischen 1900 und 1903 in Muskau anfertigte. 

Das Foto vom Grab des Unbekannten (siehe Beitrag zum Grab) war zwar bereits bekannt, konnte jedoch bisher nicht genau datiert werden. Dies klärte sich mit dem Foto von Herrn Schaar, sogar der Name des abgebildeten Mädchens ist auf dem Foto vermerkt: 1903, Kläre Bartholdy aus Halberstadt, die als Verwandte in Muskau zu Besuch weilte. 

1901 ehrten die Grafen von Arnim den Parkschöpfer Fürst Pückler durch das Aufstellen eines Findlings mit einem Pückler-Bronzerelief. Die Aufnahme aus dem Jahr 1902 von Herrn Schaar ist also ein sehr aktuelles Zeitzeugnis. Das Foto der Mittelstraße 1902 zeigt die Bebauung beidseits der Straße. Die wendische Hochzeitsgesellschaft fotografierte R. Schaar im Jahr 1903 vor dem Restaurant Bockkeller, das zu der Zeit auch als Standesamt diente. 

Ein mehr oder weniger unscheinbares Zeitzeugnis erhielten wir von Hannelore Jank, Zschorno in Form einer Fotohülle mit dem Firmenstempel des Fotografen Paul Bänder, photogr. Werkstätte und Handlung, Muskau O.-L. 

 

Kinder und Jugendliche kennen den rechts abgebildeten Gegenstand möglicherweise nicht mehr – eine verchromte Metallwärmflasche mit Schraubverschluss, die uns Vereinsmitglied Frau … überließ. 

Wer seine Kindheit in den 1960er und 1970er Jahren verbrachte, kennt bestimmt noch die hier gezeigten, uns von Vereinsmitglied Marlies Tieke übergebenen Gesellschaftsspiele, die mit all ihrem Zubehör erhalten geblieben sind. 

Im Juli 2025 gab es anlässlich des 150. Geburtstages des ehemaligen Muskauer Feuerwehrmannes Paul Krause ein kleines Treffen bei der Freiwilligen Feuerwehr, zu dem sein Urenkel Alexander Behrendt, Berlin eingeladen hatte. Er übergab uns zu diesem Anlass ein A5-Heft mit handschriftlichen Aufzeichnungen „Verschiedenes“ von Paul Krause, einen Ordner mit Ausführungen zur Muskauer Geschichte und mehreren Artikeln aus Muskauer Anzeigern.

Ein A5-Heft mit Notizen zu Geschehnissen 1945, ebenso von Paul Krause verfasst, befand sich bereits in der Sammlung des ehemaligen Stadt- und Parkmuseums. Beide Hefte und der Ordner sind sehr interessante Zeitzeugnisse. 

Im August dieses Jahres meldete sich bei uns Töpfermeister Andreas Pfitzinger, Bad Muskau mit der Mitteilung, dass er dem Verein Modeln und Prägestempel, historische Hilfsmittel für die Verzierung von Muskauer Steinzeug, überlassen möchte. Die Freude ist groß, da es sich um sehr seltene Stücke zur Geschichte des Töpferhandwerks handelt. 

Oft fertigten Töpfer, Glasgraveure oder Holzgestalter zu Jubiläen der Stadt und des Parks besondere Erinnerungsstücke, so auch die Töpferei von Erna Pfitzinger im Jahr 1965 zum 150-jährigen Bestehen des Muskauer Parks. Andreas Pfitzinger, ihr Enkel, hatte 1973 als junger Meister die Töpferei übernommen und überließ uns diesen vierzig Zentimeter hohen Krug. 

Schenkungen ganz anderer Art erhielten wir beim Sommerfest unseres Vereins: 

Margitta Schicht, Vereinsmitglied seit 2001, übergab eine von ihr in Ton gefertigte Büste des Fürsten Pückler-Muskau. Bereits 2024 schenkte sie uns die Büsten von Lucie von Pückler-Muskau und von Machbuba. 

Heidemarie Knoop, Vereinsmitglied seit 1992, überraschte uns mit einer Holzbox mit zehn Anstecknadeln, die zu Stadt- und Parkfesten 1961 – 1965 mit floralen Motiven und 1953 bzw. 1959 aus Papier/Pappe als Eintrittskarten verkauft wurden. Einige Mitglieder des Vereins können sich noch gut an diese Anstecker erinnern. 

Frau Martina Herzig aus Krauschwitz übergab drei Werbe-Aschenbecher der Steinzeugröhrenfabrik Muskau/Lugknitz, die zwar dort nicht gefertigt wurden, denn sie sind aus Porzellan, deren Rückseite aber den Firmennamen um 1920 und seine Änderungen nach 1924 wunderbar dokumentieren. 

Per Brief erreichte uns vom Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg e. V. eine Ansichtskarte mit Muskauer Motiven, gestempelt 13.11.1911

Frau Andrea Mundt aus Bad Muskau trennte sich von Erinnerungsstücken und so gingen folgende Objekte in die Sammlung ein: 

  • Porzellan-Souvenir-Tasse mit Schlossmotiv 
  • Porzellan-Souvenir-Tasse mit Motiv Hermannsbad
  • Wandteller, bemalt mit einem Motiv im Bergpark von Lucy von Barclay de Tolly

Herr Martin Baetge reiste im Oktober extra nach Bad Muskau, um dem Verein sieben Poesiealben als Schenkung zu übergeben. Seine Ururgroßmutter Wilhelmine Petzold, verh. Fähndrich, war die Halbschwester Carl Eduard Adolf Petzolds (1815 – 1891), dem Muskauer Park- und Gartendirektor unter Prinz Friedrich der Niederlande. 

Aus der 2. Ehe seines Vaters, des Muskauer Superintendenten Christian Petzold stammen vier Söhne und acht Töchter. Fünf von ihnen, Louise, Agnes, Emilie, Antonia und Wilhelmine gehörten die insgesamt sieben Poesiealben aus dem Zeitraum 1827 bis 1870.

Neben Gedichten, kirchlicher Religions- und Sittenlehre, Versen und kleinen Geschichten, enthalten sie Aufzeichnungen zu Muskau, eine Geschichte zu Machbuba und zwei uns unbekannte Gedichte Leopold Schefers, eins davon von ihm selbst eingetragen und unterzeichnet. Wunderschöne Handschriften werden durch getrocknete Blüten, Skizzen, eine kolorierte Zeichnung mit Sicht vom Bergpark zur deutschen Kirche, datiert 1851, und eine Haarlocke liebevoll vervollkommnet. Die graue Locke befindet sich im Album von Wilhelmine, dass 1850 beginnt und 1860 endet. Eine Vermutung: Die Mutter starb 1859, ob sie vielleicht von ihr ist?

Vereinsmitglied Angelika Reif und ihr Ehemann Peter überließen uns aus ihrem Besitz vier auf Hartfaserplatte gemalte Ölbilder des ehemaligen Muskauer Malermeisters Manfred Pruss (1931 – 2001). Die Bilder entstanden 1983 und hingen zu der Zeit als das Ehepaar Reif Pächter/Inhaber des HO-Stadtkaffees am Markt war, im Saal. 

Ilona Schulze aus Weißwasser, deren Vater Günter Röhle Glasofenbauer war, übergab uns aus seinem Nachlass eine Lagezeichnung des Hohlglashüttenwerkes Eduard Urbainz. Schon für die Publikation Muskauer Steinzeug, herausgegeben 2019, erhielten wir von ihr drei Brennofenzeichnungen regionaler Töpfereien. 

Die ehemalige Muskauerin Ingeborg Stellmann, geb. Schreck, die fast 90jährig zusammen mit ihren zwei Söhnen im November ihre Heimatstadt besuchte (siehe Beitrag Inges Kindheit in Muskau 1936 – 1947) brachte uns ein Fotoalbum mit. Die Bilder sind tolle Zeitzeugnisse zur Familie Schreck und deren Zigarettengeschäft am Markt sowie zur Kindheit von Inge. Da ihre Familie mit Lucy von Barclay de Tolly befreundet war, tauchten hier sehr persönliche Fotos mit der Malerin auf. (siehe Beitrag Lucy von Barclay de Tolly, den wir demnächst ergänzen werden). Alle Fotos, es sind etwa 50, konnten wir scannen und dürfen die Dateien benutzen.

Helga Heinze, die unseren Verein mit ihrem Wissen und Beiträgen zur Muskauer Geschichte, die auf der homepage zu finden sind, hervorragend unterstützt, überraschte uns zum Jahresende mit einer umfangreichen Schenkung. Acht Muskauer Krüge, Steinzeug, Salzglasur, meist florale Auflagenauf genetztem Grund, hergestellt um 18. und 19. Jahrhundert, fanden Eingang in die bereits umfangreiche Sammlung von Muskauer Steinzeug im Bestand des ehemaligen Museums der Stadt Bad Muskau und des Freundeskreises Historica.

Erstes und zweites Zigarrengeschäft der Familie Schreck am Markt.

Kulturgut, und somit Bestandteile unserer Geschichte zu bewahren, ist eine ganz wichtige Aufgabe. Es stimmt uns froh, zu merken, dass viele, bevor sie Muskauer Zeitzeugnisse weiterverkaufen oder gar bei einer Wohnungsauflösung wegwerfen, anfragen, ob wir als Verein es übernehmen wollen. Wie Sie im Beitrag sehen konnten, sind es ganz unterschiedliche Dinge, die wir für erhaltenswert ansehen und die uns manchmal helfen, wieder ein „Puzzleteil“ für das Lösen eines geschichtlichen Zusammenhangs gefunden zu haben. Vielen Dank dafür!

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